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Google Unternehmensprofil erstellen: Anleitung und Regeln

Redaktion Spree Solutions Aktualisiert 5 Min. Lesezeit

Kurz gesagt: Ein Google Unternehmensprofil legst du kostenlos über business.google.com an: Name wie auf dem Ladenschild, echte Adresse oder Servicegebiet, eine möglichst genaue Kategorie, Öffnungszeiten, Telefonnummer. Danach bestätigt Google das Profil per Telefon, E-Mail, Videoanruf oder Postkarte. Virtuelle Büros sind nicht erlaubt, Coworking nur mit Schild und Personal vor Ort.

Ladenfront eines Spätkaufs in Berlin-Mitte mit roter Markise und Leuchtschrift
Foto: ChickSR, CC BY-SA 4.0, via Wikimedia Commons

Wer in Berlin „Schlüsseldienst Friedrichshain“ oder „Schneiderei in der Nähe“ sucht, sieht meist zuerst eine Karte mit wenigen Einträgen. Die Websites kommen erst darunter. Diese Plätze füllt Google aus den Unternehmensprofilen, früher „Google My Business“ genannt.

Das Profil ist kostenlos, in einer Stunde angelegt und für viele lokale Betriebe der wichtigste digitale Kanal überhaupt. Wichtiger als eine teure Website, oft. Trotzdem scheitern viele an der Bestätigung oder verlieren das Profil später, weil sie gegen Regeln verstoßen haben, die sie nicht kannten.

Wer überhaupt ein Profil haben darf

Google verlangt persönlichen Kundenkontakt. Entweder hast du einen Ort, an den Kunden während der Öffnungszeiten kommen können, oder du erbringst deine Leistung beim Kunden, wie ein Maler oder eine mobile Fußpflege.

Reine Onlineshops ohne Laden oder Abholung, Beratungen ausschließlich per Video und Firmen mit nur einer Briefkastenadresse fallen raus. Pro Standort gibt es genau ein Profil.

Welcher Profiltyp passt zu deinem Betrieb?
KriteriumLadengeschäftServicegebietHybrid
BeispielSpäti, Café, FriseurMaler, Klempner, mobile PflegeFahrradladen mit Abholservice
Adresse sichtbarnein, ausgeblendet
Servicegebiet angeben
Festes Schild nötig
Personal zu Öffnungszeiten vor Ort

Quelle: Richtlinien für die Darstellung von Unternehmen auf Google, Google-Unternehmensprofil-Hilfe

Die Regeln, an denen Berliner Profile am häufigsten scheitern

Drei Punkte aus Googles Richtlinien sind in Berlin besonders relevant, weil hier viele Gründer im Coworking, im Homeoffice oder mit virtueller Geschäftsadresse arbeiten.

Erstens: Virtuelle Büros sind nicht erlaubt. Wer eine Postanschrift mietet, dort aber nicht tatsächlich arbeitet, darf diese Adresse nicht verwenden. Das gilt auch für die bekannten Geschäftsadressen-Dienste in Mitte, die man für das Impressum gern nutzt.

Zweitens: Coworking geht nur unter Bedingungen. Ein Coworking-Büro ist nur zulässig, wenn ein dauerhaftes Schild mit deinem Firmennamen dort hängt, eigene Mitarbeitende während der Öffnungszeiten anwesend sind und Kunden dort empfangen werden. Ein Flex-Desk erfüllt das praktisch nie.

Drittens der Name. Er muss so lauten wie auf dem Ladenschild und der Website. Ergänzungen wie „Friseur Kreuzberg günstig“ sind verboten, Slogans, Telefonnummern und Öffnungszeiten im Namen ebenso. Rechtsformzusätze wie GmbH sind nur zulässig, wenn sie nachweislich Teil des Namens sind, etwa auf dem Ladenschild.

Wer von zu Hause arbeitet und zu Kunden fährt, wählt das Servicegebiet und blendet die Privatadresse aus. Google empfiehlt, das Gebiet in der Regel auf etwa zwei Autostunden um den Standort zu begrenzen. Für einen Berliner Handwerksbetrieb sind ein paar Bezirke ehrlicher als „ganz Deutschland“.

Schritt für Schritt zum bestätigten Profil

Angelegt wird das Profil unter business.google.com. Nimm dafür ein Google-Konto, das dem Betrieb gehört, nicht das private Konto einer Aushilfe. Wenn die Person den Betrieb verlässt, hängt sonst das Profil an ihr.

Bei der Kategorie gilt Googles Faustregel: Formuliere „Dieses Unternehmen IST …“, nicht „HAT …“. Eine Bäckerei mit Kaffee ist eine Bäckerei, kein Café. Wähle so wenige und so genaue Kategorien wie möglich. Google ergänzt allgemeinere Oberbegriffe von selbst.

Wie lange die Bestätigung dauert
  1. Sofort bis MinutenTelefon, SMS oder E-Mail, wenn Google diese Methoden anbietet.
  2. Während der ÖffnungszeitenLive-Videoanruf: Du zeigst Standort und Zugriff auf den Betrieb.
  3. Bis 14 TagePostkarte mit fünfstelligem Code. Der Code verfällt nach 30 Tagen.
  4. Bis 5 WerktagePrüfung nach der Bestätigung, selten länger.

Quelle: Google-Unternehmensprofil-Hilfe, Abschnitt Bestätigung

Welche Methoden du bekommst, entscheidet Google. Wenn der Videoanruf angeboten wird, nimm ihn. Halte dafür Schild und Arbeitsbereich bereit, dazu einen Beleg wie eine Rechnung mit Adresse, und mach den Anruf nicht aus dem Wohnzimmer.

Was in ein gutes Profil gehört

Ein bestätigtes, aber leeres Profil verschenkt fast alles. Google nennt in seiner Hilfe Relevanz, Entfernung und Bekanntheit als Faktoren für die lokale Reihenfolge und empfiehlt vollständige, aktuelle Angaben. Auf die Entfernung hast du keinen Einfluss. Auf den Rest schon.

Profil-Check nach der Bestätigung
  • Reguläre Öffnungszeiten und Sonderzeiten für Feiertage eingetragen
  • Eigene Fotos: außen, innen, bei der Arbeit, Produkte
  • Leistungen oder Produkte mit Preisen, wo möglich
  • Buchungs- oder Bestelllink hinterlegt
  • Beschreibung mit Bezirk und Spezialisierung, ohne Werbefloskeln
  • Website-Link führt auf eine Seite mit derselben Adresse und Telefonnummer

Die gleiche Schreibweise von Name, Adresse und Telefonnummer auf Profil und Website sowie in Branchenverzeichnissen hilft Google, die Einträge zusammenzubringen. Klingt banal. Ist es auch, wird aber trotzdem oft vergessen, etwa nach einem Umzug von Neukölln nach Treptow.

Termine lassen sich direkt aus dem Profil buchen, wenn du einen Buchungslink hinterlegst. Wie du dafür ein passendes System auswählst, steht im Ratgeber zur Online-Terminbuchung.

Bewertungen: was erlaubt ist

Bewertungen sind der Teil des Profils, den Kunden am genauesten lesen. Du darfst zufriedene Kunden darum bitten, mündlich, per Karte an der Kasse oder per Link in der Rechnungsmail.

Gekaufte oder selbst geschriebene Bewertungen sind dagegen unzulässig. Das Gesetz gegen den unlauteren Wettbewerb listet seit Mai 2022 im Anhang ausdrücklich das Einreichen oder Beauftragen gefälschter Bewertungen als unlautere Praxis. Mitbewerber und Verbände können das abmahnen.

Auf schlechte Bewertungen antwortest du sachlich und öffentlich, gern kurz. Nicht für die Person, die sich beschwert hat, sondern für die nächsten hundert Leser. Bewertungen, die beleidigen, offensichtlich nicht von Kunden stammen oder gegen Googles Richtlinien verstoßen, kannst du im Profil melden.

Pflege: zehn Minuten pro Woche

Ein Profil ist kein Projekt mit Abschlussdatum. Die meisten Ärgernisse entstehen, weil es nach der Einrichtung niemand mehr anschaut.

Öffnungszeiten sind der Klassiker. Wer an Feiertagen, zwischen den Jahren oder im Sommerurlaub geschlossen hat und das nicht als Sonderöffnungszeit einträgt, schickt Kunden vor verschlossene Türen. Die Bewertung dafür kommt am selben Abend.

Dazu kommt etwas, das viele nicht wissen: Auch Fremde können bei Google Änderungen an deinem Profil vorschlagen, etwa eine neue Telefonnummer oder „dauerhaft geschlossen“. Google übernimmt solche Vorschläge teilweise. Schau deshalb regelmäßig nach, ob alle Angaben noch stimmen, und prüfe die Benachrichtigungen im Profil.

Eine einfache Routine für jeden Montag:

  1. Neue Bewertungen lesen und beantworten.
  2. Prüfen, ob jemand Änderungen am Profil vorgeschlagen hat.
  3. Öffnungszeiten der kommenden zwei Wochen prüfen, Feiertage eintragen.
  4. Ein neues Foto hochladen, wenn es etwas zu zeigen gibt.

Das dauert selten länger als ein Kaffee. Wer mehrere Mitarbeitende hat, kann ihnen im Profil eigene Zugänge mit eingeschränkten Rechten geben, statt Passwörter zu teilen.

Ohne Website? Geht, aber nicht lange gut

Ein Profil funktioniert auch ohne eigene Website. Für einen Späti oder einen Imbiss ist das oft genug. Sobald Kunden aber Preise oder Leistungen vergleichen, fehlt ein Ort für Details, und die Impressumspflicht für Online-Auftritte gilt spätestens dann, wenn du eine eigene Seite betreibst.

Was eine einfache Firmenwebsite kostet, rechnet der Beitrag Website erstellen lassen vor. Wer Produkte zusätzlich online verkaufen will, findet die rechtlichen Pflichten im Ratgeber zum Onlineshop für Kleinunternehmen.

Wenn du mehrere Standorte, Hunderte Produkte oder Daten aus deiner Kasse automatisch ins Profil spielen willst, wird es technisch. Google bietet dafür Schnittstellen, und ein Team für Datenanalyse und Integration kann solche Abläufe automatisieren. Für den Einzelbetrieb reicht die Handarbeit.

Dein nächster Schritt: Öffne Google Maps, such deinen Betrieb und prüf, ob es schon einen Eintrag gibt, den jemand anderes angelegt hat. Wenn ja, beanspruche ihn über „Inhaber dieses Unternehmens?“, statt ein zweites Profil anzulegen.

Schritt für Schritt

  1. Konto und Profil anlegen Unter business.google.com mit einem Google-Konto anmelden, das dem Betrieb gehört, und den Namen genau so eintragen, wie er auf dem Schild steht.
  2. Kategorie wählen Die genaueste passende Hauptkategorie wählen, zum Beispiel Fahrradwerkstatt statt Geschäft.
  3. Adresse oder Servicegebiet angeben Ladenadresse mit Schild eintragen oder bei Arbeit beim Kunden die Adresse ausblenden und Bezirke als Servicegebiet wählen.
  4. Kontaktdaten und Öffnungszeiten ergänzen Telefonnummer, Website, reguläre Zeiten und Sonderöffnungszeiten für Feiertage eintragen.
  5. Bestätigen Die angebotene Methode nutzen, bevorzugt den Videoanruf. Postkarten-Codes kommen meist innerhalb von 14 Tagen und verfallen nach 30 Tagen.
  6. Profil füllen Fotos, Leistungen, Buchungslink und Beschreibung ergänzen und die ersten Bewertungen beantworten.

Häufige Fragen

Kostet das Google Unternehmensprofil etwas?

Nein. Profil, Bestätigung und Bearbeitung sind kostenlos. Kosten entstehen nur, wenn du zusätzlich Anzeigen schaltest oder einen Dienstleister mit der Pflege beauftragst.

Kann ich mein Coworking-Büro als Adresse angeben?

Nur, wenn dort ein festes Schild mit deinem Firmennamen hängt, eigene Mitarbeiter zu den Öffnungszeiten vor Ort sind und Kunden empfangen werden. Ein Schreibtisch im Großraum oder eine reine Postadresse reicht laut Google-Richtlinien nicht.

Wie werde ich eine unfaire Bewertung los?

Über das Profil kannst du eine Bewertung melden, wenn sie gegen Googles Richtlinien verstößt, etwa weil sie beleidigend ist oder nicht von einem Kunden stammt. Eine sachliche, öffentliche Antwort hilft in jedem Fall, weil andere Leser sie sehen.

Darf ich Kunden für Bewertungen belohnen oder Bewertungen kaufen?

Gekaufte oder gefälschte Bewertungen sind nach dem UWG unlauter und können abgemahnt werden. Kunden höflich um eine Bewertung bitten ist erlaubt.