Website erstellen lassen: Kosten für kleine Betriebe
Kurz gesagt: Als grobe Schätzung steckt in einer einfachen Website mit fünf bis acht Seiten 25 bis 40 Stunden Arbeit. Beim durchschnittlichen Stundensatz von 103 Euro im deutschsprachigen Raum laut Freelancer-Kompass 2026 sind das rund 2.600 bis 4.100 Euro netto. Dazu kommen Hosting ab etwa 6 Euro im Monat und, falls gewünscht, Wartung.
Die ehrlichste Antwort auf „Was kostet eine Website?“ ist eine Gegenfrage: Wie viele Stunden steckt jemand hinein? Ein Preisschild ohne Stundenzahl sagt wenig. Eigentlich gar nichts. 1.500 Euro für eine Seite, an der zwölf Stunden gearbeitet wird, sind teurer als 4.000 Euro für vierzig Stunden mit fertigen Texten und Einweisung.
Für Berliner Betriebe gibt es zwei Besonderheiten. Die Digitalprämie, mit der viele 2021 bis 2023 ihre Website zur Hälfte bezahlt haben, ist weg. Und die Kundschaft ist international, eine englische Fassung gehört in Mitte oder Friedrichshain fast schon zur Grundausstattung.
Wovon der Preis wirklich abhängt
Der durchschnittliche Stundensatz von Freelancern im deutschsprachigen Raum liegt laut Freelancer-Kompass 2026 bei 103 Euro. Die Zahl gilt über alle Fachrichtungen, ein Webangebot kann also darüber oder darunter liegen. Bei einer Agentur kommt die Projektleitung dazu.
Die Stundenzahl bestimmen vor allem diese Fragen:
- Wie viele Seiten und Sprachen?
- Liefert der Betrieb Texte und Fotos selbst, oder muss das jemand erstellen?
- Braucht es Funktionen wie Terminbuchung, Formulare mit Dateiupload oder einen Shop?
- Wird ein fertiges Theme angepasst, oder entsteht ein eigenes Design?
- Gibt es eine Einweisung, damit du Öffnungszeiten und Preise selbst ändern kannst?
Der unterschätzte Kostentreiber bei kleinen Seiten ist selten Technik oder Design. Es sind Inhalte, die nicht fertig sind. Im Rechenbeispiel unten entfallen 11 von 34 Stunden auf Texte und Bilder, und genau diese Stunden kannst du mit eigener Vorarbeit drücken.
Rechenbeispiel: Website für einen Handwerksbetrieb
- Konzept, Seitenstruktur, Abstimmung (4 h)
- 412 €
- Einrichtung, Theme-Anpassung, Formulare (14 h)
- 1.442 €
- Texte überarbeiten, englische Fassung (8 h)
- 824 €
- Bilder zuschneiden, Ladezeit optimieren (3 h)
- 309 €
- Google-Unternehmensprofil, lokale Suche (2 h)
- 206 €
- Rechtstexte einbinden, Test, Einweisung (3 h)
- 309 €
- 34 Stunden à 103 €
- 3.502 €
Annahmen zur Stundenzahl; Stundensatz = Durchschnitt laut Freelancer-Kompass 2026. Alle Beträge netto.
Kommen Fotos vom Profi, ein eigenes Logo oder ein Buchungssystem dazu, wächst die Stundenzahl entsprechend, und 5.000 Euro sind dann schnell erreicht. Ohne englische Fassung und mit fertigen Texten sinkt sie Richtung 25 Stunden, also rund 2.600 Euro.
Laufende Kosten, die oft vergessen werden
Die Rechnung endet nicht mit dem Launch. Für Webhosting verlangt etwa IONOS in den Tarifen Standard bis Premium nach Ablauf der Aktionspreise zwischen 6 und 16 Euro im Monat, Stand Oktober 2026 laut Preisseite, inklusive Umsatzsteuer. Dazu kommen einmalig 10 Euro Einrichtung, die Domain ist im ersten Jahr inklusive.
Teurer ist die Pflege. Ein WordPress-System mit Plugins braucht regelmäßige Updates, sonst wird es zum Sicherheitsrisiko. Rechne grob mit einer Stunde im Monat, wenn das jemand für dich übernimmt. Beim Stundensatz von oben sind das rund 100 Euro monatlich, oft als Wartungspauschale verkauft. Aufs Jahr gerechnet ist das mehr als ein Drittel der Erstellungskosten aus dem Beispiel. Ein Baukasten nimmt dir diese Arbeit ab, kostet aber jeden Monat Gebühren und bindet dich an den Anbieter.
| Kriterium | Baukasten selbst | Freelancer | Agentur |
|---|---|---|---|
| Einmalige Kosten | eigene Zeit | mittel | hoch |
| Laufende Kosten | Abo-Gebühr | Hosting + ggf. Wartung | Hosting + Wartungsvertrag |
| Technische Pflege | Anbieter | nach Absprache | meist inklusive |
| Umzug zu anderem Anbieter | schwierig | ja, wenn vertraglich geregelt | |
| Eigene Funktionen (Buchung, Schnittstellen) | teilweise |
Baukasten, WordPress oder eigenes System?
Für ein Café mit Speisekarte und Öffnungszeiten reicht ein Baukasten. Wirklich. Du zahlst eine Monatsgebühr, bekommst Hosting und Sicherheitsupdates dazu und kannst die Seite an einem Wochenende selbst bauen, wenn du Texte und Fotos hast.
WordPress lohnt sich, wenn die Seite wachsen soll, du Blogartikel oder Referenzen regelmäßig ergänzt oder später Funktionen anbauen willst. Der Preis dafür ist die Pflege: Updates von Kern, Theme und Plugins, Backups, gelegentlich ein Plugin, das nach einem Update nicht mehr will. Wer das nicht selbst macht, sollte die Wartung von Anfang an einplanen und nicht erst nach dem ersten Hack.
Ein eigenes System, also individuell programmiert, braucht ein kleiner Betrieb für die Website fast nie. Anders sieht es aus, wenn die Website eigentlich eine Anwendung ist, mit Login für Kunden oder einem Angebotsrechner.
Zweisprachig in Berlin: lohnt sich das?
Ein Teil der Berliner Kundschaft spricht kein oder wenig Deutsch, ob Touristen, Zugezogene oder Geschäftskunden aus dem Ausland. Eine englische Fassung kostet im Rechenbeispiel oben rund acht Stunden, wenn die deutschen Texte stehen. Das ist überschaubar.
Mach es aber richtig. Sonst lieber gar nicht. Eine maschinell übersetzte Seite, die niemand gegenliest, wirkt schlechter als gar keine. Lieber drei gut übersetzte Seiten (Leistungen, Preise, Kontakt) als zwölf halbgare. Und vergiss das Impressum nicht, das bleibt deutsch und muss auch von der englischen Seite aus erreichbar sein.
Was rechtlich auf jede Firmenwebsite muss
Ein Impressum nach § 5 Digitale-Dienste-Gesetz, seit Mai 2024 Nachfolger des Telemediengesetzes. Name, Anschrift, Kontakt, bei Gesellschaften Registergericht und Registernummer, bei Handwerksbetrieben die zuständige Kammer, gegebenenfalls Umsatzsteuer-Identifikationsnummer.
Eine Datenschutzerklärung nach Art. 13 DSGVO, die zu den tatsächlich eingesetzten Diensten passt. Wer Google Fonts von Google-Servern lädt, Karten einbettet oder Analysetools nutzt, muss das beschreiben. Für Cookies und Tracking, die nicht technisch notwendig sind, braucht es nach § 25 TDDDG eine Einwilligung.
Barrierefreiheit ist für viele kleine Betriebe kein Pflichtthema. Das Barrierefreiheitsstärkungsgesetz gilt für Dienstleistungen im elektronischen Geschäftsverkehr, also wenn Verbraucher über die Seite Verträge abschließen. Kleinstunternehmen, die Dienstleistungen anbieten, sind nach § 3 Abs. 3 BFSG ausgenommen. Sinnvoll ist eine gut lesbare Seite trotzdem, auch für die Suchmaschine.
Woran du ein faires Angebot erkennst
Ein gutes Angebot nennt Arbeitspakete mit Stunden, nicht nur einen Pauschalpreis. Es sagt, wer Texte und Bilder liefert, wie viele Korrekturschleifen enthalten sind und was nach dem Launch passiert.
- Domain wird auf deinen Namen registriert
- Du bekommst alle Zugangsdaten: Hosting, Domain, CMS-Admin
- Nutzungsrechte an Design, Texten und Fotos gehen auf dich über
- Zahl der Korrekturschleifen steht im Angebot
- Wartung ist separat ausgewiesen und monatlich kündbar
- Datenschutzerklärung passt zu den eingebauten Diensten
Vorsicht bei sehr günstigen Paketen mit Mindestlaufzeit von 24 oder 36 Monaten. Die Website gehört dann oft dem Anbieter, und nach Vertragsende stehst du ohne Seite da. Das ist kein Schnäppchen. Rechne bei solchen Angeboten die Monatsrate über die gesamte Laufzeit hoch, ziehe nichts ab, weil am Ende nichts dir gehört, und vergleiche die Summe dann mit einem Einmalpreis plus Hosting über denselben Zeitraum.
Was Berliner Betriebe sparen können
Die größte Ersparnis liegt in der Vorbereitung, nicht im Preisvergleich. Schreib die Texte selbst, auch wenn sie holprig sind, und lass sie überarbeiten. Fotografiere Werkstatt oder Laden bei gutem Licht. Lege dein Google-Unternehmensprofil parallel an, denn für viele lokale Betriebe bringt es mehr Anfragen als die Website selbst.
Wenn Kundinnen online Termine buchen sollen, plane das gleich mit ein. Ein externes Online-Terminbuchungssystem ist oft günstiger als eine selbst programmierte Lösung. Und wer verkaufen will, findet die Besonderheiten im Ratgeber zum Onlineshop für Kleinunternehmen.
Erst wenn die Website Prozesse abbilden soll, die kein Baukasten und kein Plugin kann, etwa ein Kundenportal mit Anbindung an deine Warenwirtschaft, wird individuelle Entwicklung sinnvoll. Dann lohnt ein Gespräch mit einem Team für Webanwendungen nach Maß.
Dein nächster Schritt: Schreib auf eine Seite, welche fünf Fragen Kunden am Telefon am häufigsten stellen. Diese Antworten sind der Kern deiner Website, und mit dieser Liste bekommst du Angebote, die sich vergleichen lassen. Mehr zu Shop und lokaler Sichtbarkeit steht in der Rubrik Website & Shop.
Häufige Fragen
Gibt es in Berlin eine Förderung für eine neue Website?
Einen reinen Website-Zuschuss gibt es im Oktober 2026 nicht. Die Digitalprämie ist beendet. Förderfähig ist allenfalls eine Beratung über das BAFA, nicht aber das Bauen der Seite.
Muss meine Website barrierefrei sein?
Eine reine Informationsseite ohne Verkauf fällt nicht unter das Barrierefreiheitsstärkungsgesetz. Wer online an Verbraucher verkauft oder Verträge schließt, ist betroffen, außer er ist ein Kleinstunternehmen mit weniger als zehn Beschäftigten und höchstens 2 Millionen Euro Umsatz oder Bilanzsumme.
Wem gehört die Website, wenn die Agentur sie gebaut hat?
Das regelt dein Vertrag. Achte darauf, dass die Domain auf dich registriert ist, du alle Zugangsdaten bekommst und die Nutzungsrechte an Texten, Fotos und Design ausdrücklich auf dich übergehen.
Reicht ein Baukasten wie Jimdo oder Wix?
Für eine Visitenkarte mit Öffnungszeiten, Leistungen und Kontakt oft ja. Schwierig wird es bei Terminbuchung, mehrsprachigen Inhalten oder einem späteren Umzug, weil man die Seite selten sauber mitnehmen kann.