Spree Solutions

Digitalisierung für kleine Firmen in Berlin, mit Förderung.

DE EN

Digitalisierungsberatung Berlin: kostenlose Anlaufstellen

Redaktion Spree Solutions Aktualisiert 5 Min. Lesezeit

Kurz gesagt: Kostenlose Digitalisierungsberatung bekommen Berliner Firmen 2026 vor allem bei der landesfinanzierten Digitalagentur Berlin, bei der Beratungsstelle für Innovation und Technologie der Handwerkskammer, bei der IHK Berlin und bei der Kundenberatung der IBB. Das Mittelstand-Digital Zentrum Berlin hat seine geförderte Arbeit am 30. September 2026 beendet.

Bildungs- und Technologiezentrum der Handwerkskammer Berlin am Mehringdamm in Kreuzberg
Foto: JoachimKohlerBremen, CC BY-SA 4.0, via Wikimedia Commons

Bis Ende September 2026 war die Antwort auf „Wo bekomme ich in Berlin kostenlose Hilfe bei der Digitalisierung?“ einfach: beim Mittelstand-Digital Zentrum Berlin. Auf dessen Website steht jetzt ein knapper Satz. Das Zentrum war vom 1. September 2021 bis zum 30. September 2026 Teil des Netzwerks, „die Förderung ist ausgelaufen“.

Die gute Nachricht: Es gibt weiterhin mehrere Stellen, die nichts kosten und keine Produkte verkaufen. Man muss nur wissen, welche wofür taugt.

Die kostenlosen Anlaufstellen im Überblick

Kostenlose Digitalisierungsberatung in Berlin, Stand Oktober 2026
KriteriumFür wenSchwerpunktFormat
Digitalagentur Berlin (DAB)alle Berliner FirmenOrientierung, IT-Sicherheit, KI, FörderungGespräch, Hotline, Events in Bezirken
Handwerkskammer Berlin, BIT-BeratungHandwerksbetriebeDigitalisierung, KI, Onlinepräsenz, Förderungpersönlich, Blücherstraße 68
IHK BerlinIHK-MitgliederFörderprogramme, VeranstaltungenTelefon, Ludwig-Erhard-Haus
IBB KundenberatungGründungen und KMUFörderung und FinanzierungTelefon, Online-Workshops
LKA Berlin, ZACUnternehmenCyberangriff, StrafanzeigeTelefon im Ernstfall

Quelle: Websites der genannten Stellen, abgerufen im Oktober 2026

Digitalagentur Berlin: der erste Anruf für die meisten

Die Digitalagentur Berlin beschreibt sich als „Instrument der Wirtschaftsförderung des Berliner Senats“, vollständig aus Landesmitteln finanziert. Für kleine Firmen ist sie heute die naheliegendste Adresse, weil sie branchenoffen ist.

Das Angebot besteht aus drei Teilen. Im kostenlosen Orientierungsgespräch ermittelt die Agentur den digitalen Reifegrad deines Betriebs und zeigt, wo es hakt. Die Cyberhotline ist montags bis freitags von 9 bis 17 Uhr erreichbar, gibt Erste Hilfe im IT-Notfall und vermittelt an Fachleute aus dem Netzwerk. Und es gibt Veranstaltungen direkt in den Bezirken, im Herbst 2026 etwa ein Digitalisierungsfrühstück in Marzahn-Hellersdorf, einen Digitalsalon für Pankow und Mitte und eine Cyberwerkstatt zum Thema Phishing.

Wer vorab selbst einschätzen will, wo der Betrieb steht, kann den Digitalisierungsnavigator auf der Website der Agentur durchklicken. Er fragt Themen wie Online-Marketing, KI und Umgang mit Daten ab.

Unsere Einschätzung: Das Orientierungsgespräch lohnt sich besonders, bevor du Geld für eine Beratung oder Software ausgibst. Es kostet eine Stunde und verhindert oft, dass man das falsche Problem zuerst löst.

Handwerkskammer: BIT-Beratung für Handwerksbetriebe

Die Beratungsstelle für Innovation und Technologie (BIT) der Handwerkskammer Berlin wird vom Bundesministerium für Wirtschaft und Energie gefördert und ist für Handwerksbetriebe kostenfrei. Beraten wird persönlich in der Kammer in der Blücherstraße 68 in Kreuzberg.

Die Themen reichen von KI im Betriebsalltag über Onlinepräsenz und Suchmaschinen bis zu aktuellen Pflichten. Auf der Seite der BIT finden sich im Herbst 2026 etwa Hinweise zu den neuen Regeln für Umweltaussagen in der Werbung ab 27. September 2026 und zur EU-Verpackungsverordnung, die ab 12. August 2026 schrittweise gilt. Dazu kommt das „Berliner KI-Netzwerk Handwerk“, in dem sich Betriebe austauschen.

Auch bei Förderfragen hilft die BIT. Die Kammer schreibt dort offen, dass die Förderprogramme für Digitalisierungsinvestitionen eingestellt wurden, und prüft mit dir, welche der übrigen Programme passen.

IHK Berlin: Förderung und Netzwerk

Die IHK Berlin im Ludwig-Erhard-Haus in der Fasanenstraße 85 bündelt auf ihren Seiten zur Digitalisierung Veranstaltungen, Förderprogramme und Verweise auf andere Berliner Angebote. Für Fragen zu Zuschüssen und Krediten gibt es eine eigene Ansprechperson im Bereich Finanzierung und Förderung, und eine Videoreihe namens „Durchblick im Förderdschungel“ erklärt die gängigen Programme.

Eine praktische Rolle spielt die IHK bei der BAFA-Beratungsförderung. Firmen, die beim Antrag noch nicht älter als ein Jahr sind, müssen ein kostenloses Informationsgespräch mit einem regionalen Ansprechpartner führen, frühestens drei Monate vor dem Antrag. Wie das abläuft, steht im Beitrag zur BAFA-Beratungsförderung in Berlin.

IBB: wenn es ums Geld geht

Die Kundenberatung Wirtschaftsförderung der Investitionsbank Berlin berät kostenlos zu Zuschüssen und Krediten. Regelmäßig gibt es außerdem den Online-„Förder- und Finanzierungsworkshop“ zu Berlin Start, Mikrokredit und GründungsBONUS Plus, mit Anmeldung, ohne Kosten. Welche Programme überhaupt noch offen sind, zeigt die Übersicht Förderung Digitalisierung Berlin.

Was mit dem Mittelstand-Digital Zentrum wegfällt

Das Zentrum hatte einen klaren Schwerpunkt auf künstlicher Intelligenz. Es bot kostenlose Webinare von etwa 60 Minuten ohne Platzbegrenzung an, dazu mehrstündige Online-Workshops mit Coaches, deren Plätze verlost wurden. In Berlin gab es außerdem einen Showroom und einen „KI-EscapeRoom“, in dem man Anwendungen ausprobieren konnte.

Dieser Teil lässt sich nicht eins zu eins ersetzen. Die Digitalagentur deckt Orientierung und Sicherheit ab, die Kammern ihre jeweiligen Mitglieder. Für praxisnahe KI-Workshops lohnt der Blick auf das bundesweite Netzwerk unter mittelstand-digital.de, wo Zentren mit anderen Schwerpunkten weiterhin Online-Formate anbieten können. Ob ein bestimmtes Zentrum über 2026 hinaus läuft, steht jeweils auf dessen eigener Seite.

Selbsttests, die nichts kosten

Bevor du jemanden anrufst, kannst du mit zwei Werkzeugen eine erste Standortbestimmung machen.

Der Digitalisierungs-Check der KfW ist online und kostenlos. Er ist sogar Pflicht, wenn du später den ERP-Förderkredit Digitalisierung in der Basisstufe beantragen willst. Das Ergebnis brauchst du dann für die Hausbank.

Der CyberRisikoCheck nach DIN SPEC 27076 ist kein Selbsttest, sondern ein ein- bis zweistündiges Interview mit einem IT-Dienstleister. Laut BSI prüft er 27 Anforderungen aus sechs Themenbereichen und ist für kleine und Kleinstunternehmen gedacht. Das BSI stellt die Software dafür den Dienstleistern kostenlos zur Verfügung. Was der Dienstleister dir dafür berechnet, legt er selbst fest, frag also vorher nach dem Preis.

Im Ernstfall: Cyberangriff

Wenn Rechner verschlüsselt sind oder Geld auf falsche Konten überwiesen wurde, ist die Zentrale Ansprechstelle Cybercrime (ZAC) beim Landeskriminalamt Berlin die richtige Nummer: 030 4664-972972. Sie ist für Unternehmen und Behörden da, gibt eine erste Einschätzung und hilft bei der Strafanzeige. Privatleute nutzen stattdessen die Onlinewache.

Notfallzettel für den Betrieb, ausdrucken und an die Wand
  • ZAC LKA Berlin: 030 4664-972972
  • Cyberhotline der Digitalagentur Berlin: Mo–Fr 9–17 Uhr, Nummer auf digitalagentur.berlin
  • Eigener IT-Dienstleister: Name und Mobilnummer
  • Bank: Sperr-Hotline für Konto und Karten
  • Datenschutz: Meldung an die Berliner Datenschutzbehörde binnen 72 Stunden prüfen

Die 72 Stunden stammen aus Art. 33 DSGVO und gelten, wenn personenbezogene Daten betroffen sind. Mehr zur Vorbeugung steht im Ratgeber IT-Sicherheit für kleine Unternehmen.

Was kostenlose Beratung nicht leistet

Keine dieser Stellen richtet dir das Kassensystem ein, baut die Website oder betreut deine Rechner. Das ist Absicht: Neutral bleibt nur, wer nichts verkauft. Rechne also damit, dass am Ende eines guten Gesprächs eine Liste steht, die du selbst oder mit bezahlten Dienstleistern abarbeitest.

Für die Umsetzung brauchst du Angebote. Hol mindestens zwei ein und lass sie dir in Arbeitspaketen mit Stundenzahl aufschlüsseln. Wenn ein Projekt über Standardsoftware hinausgeht, etwa eine Schnittstelle zwischen Shop und Warenwirtschaft, hilft eine technische Zweitmeinung. Studios wie OnlineBuilders bieten dafür eine kostenlose technische Erstberatung an.

So nutzt du ein Orientierungsgespräch richtig

Eine Stunde ist schnell vorbei. Wer vorbereitet kommt, geht mit mehr raus.

Vorbereitung auf ein kostenloses Beratungsgespräch
  1. Problem notierenWas nervt im Alltag am meisten? Zum Beispiel doppelte Dateneingabe oder verpasste Termine.
  2. Bestand auflistenWelche Programme, Geräte und Konten nutzt ihr heute, und was kosten sie im Monat?
  3. Budget nennenAuch eine grobe Spanne hilft, Vorschläge realistisch zu halten.
  4. Fristen klärenGibt es Pflichten mit Datum, etwa E-Rechnung oder Kassenmeldung?
  5. Nächsten Schritt festhaltenWer macht was bis wann, auch wenn es nur ein weiteres Angebot ist.

Pflichten mit festem Datum sind in Berlin gerade vor allem zwei: die E-Rechnung im B2B-Geschäft, die ab 2027 schrittweise beim Versand greift, und die Meldung elektronischer Kassen ans Finanzamt. Beides erklären die Ratgeber zur E-Rechnungspflicht für kleine Firmen und zur Kasse mit TSE.

Dein nächster Schritt: Buche das Orientierungsgespräch bei der Digitalagentur oder, wenn du einen Handwerksbetrieb führst, einen Termin bei der BIT der Handwerkskammer. Nimm die Liste aus Schritt 2 mit.

Häufige Fragen

Gibt es das Mittelstand-Digital Zentrum Berlin noch?

Nicht mehr als gefördertes Zentrum. Laut eigener Website war es vom 1. September 2021 bis 30. September 2026 Teil des Netzwerks, die Förderung durch das Bundeswirtschaftsministerium ist ausgelaufen. Weitere Angebote des Netzwerks findest du über mittelstand-digital.de.

Ist die Beratung der Digitalagentur Berlin wirklich kostenlos?

Ja. Die Digitalagentur ist ein Instrument der Wirtschaftsförderung des Senats und wird nach eigener Angabe vollständig aus Landesmitteln finanziert. Orientierungsgespräch, Veranstaltungen und Cyberhotline kosten nichts.

Ich bin kein Handwerksbetrieb. Kann ich zur Handwerkskammer gehen?

Die kostenlose BIT-Beratung richtet sich an Handwerksbetriebe. Für Handel, Gastronomie und Dienstleistung sind IHK Berlin und Digitalagentur die passenden Stellen.

Wer hilft bei einem Hackerangriff?

Für Unternehmen ist die Zentrale Ansprechstelle Cybercrime beim LKA Berlin zuständig, erreichbar unter 030 4664-972972. Für eine erste Einordnung bietet auch die Digitalagentur Berlin werktags eine Cyberhotline an.